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Ganzheitlichkeit

"Dem Mass unserer Liebe entspricht das Mass unseres Glücks."

John Wesley (1703 - 1791)

Sich in der Politik engagieren

und Christ sein - geht das?

Für Nationalrat Philipp Hadorn passt das zusammen. Wahrscheinlich gehört das für ihn sogar zusammen. Diesen Eindruck haben wir, eine Gruppe von Männern der EMK Olten, jedenfalls nach dem Treffen mit Philipp im Bundeshaus in Bern am 6. März.

Philipp war vor einigen Jahren Mitglied in unserer Gemeinde in Olten, bevor er mit seiner Familie nach Gerlafingen zog. Die immer noch bestehenden Beziehungen ermöglichten uns diesen Besuch im Bundeshaus während der Frühlingssession

Blick von der Tribüne des Nationalrats

Als wir auf der Tribüne des Nationalrates sassen, wurde im Saal über die Agrarpolitik des Bundes debattiert. Die verschiedenen Voten zu verfolgen, war nicht ganz einfach, denn ruhig war es nicht im Parlament. Wieso das so ist, erklärte uns Philipp im Gespräch, welches wir mit ihm in einem Sitzungszimmer des Bundeshauses hatten und beim gemeinsamen Essen am Abend. Die echten politischen Diskussionen finden in den in den Fraktionsdiskussionen und Kommissionssitzungen statt. Dort werden auch mögliche Kompromisse ausgehandelt. Während der Session werden dann die verschiedenen Standpunkte der Öffentlichkeit dargelegt und für das Protokoll festgehalten. Und natürlich wird während den Ratssitzungen auch abgestimmt. Das war auch während unseres Gesprächs der Fall. Per Pager werden die Parlamentarier informiert, dass eine Abstimmung ansteht. Und da Abstimmungen wichtig sind, gab es eben einen Unterbruch des Gesprächs.

Konfliktsituationen

Interessiert hat uns natürlich auch, ob Philipp nicht in Konfliktsituationen innerhalb seiner Partei kommt, wenn er als bekennender Christ andere Überzeugungen hat, als seine Kolleginnen und Kollegen. Die Antwort, welche wir auf diese Frage erhielten, überraschte uns. Sie ist aber einleuchtend und auch offensichtlich: Unterschiedliche Meinungen gibt es in jeder Partei und solche Konflikte betreffen jeden Politiker, unabhängig davon ob er Christ ist oder nicht. Philipp hat sich während seiner gesamten politischen Laufbahn vom Gemeinderat über den Kantonsrat bis zum Nationalrat neben klar sozial und gewerkschaftlich auch immer als klar christlich bezeichnet und sich auch entsprechend engagiert. Seine Parteikollegen erwarten deshalb unterdessen von ihm, dass er bei einzelnen Fragen einen anderen Standpunkt hat. Manchmal ist es jedoch auch nötig, die eigenen Ansichten etwas zurückstellen, auch wenn sie richtig sind. Diese Einsicht hatte ich aber nicht nach dem Gespräch mit Philipp, sondern am Morgen vor dem Besuch in Bern beim Lesen des fortlaufenden Bibeltextes der Losungen (6. März, Lukas 20,1-8).

Engagement für die Gesellschaft

Auch wenn wir in unserem Gespräch mit Philipp nicht über konkrete politische Fragen miteinander diskutierten, wurde offensichtlich, dass er sich für unsere Gesellschaft, für unser Land engagiert. Und wenn man sich in der Politik engagiert, dann exponiert man sich auch. Das gilt sicher schon im kleinen in der Gemeinde, aber ganz sicher wenn man Nationalrat ist. Ich bin froh, dass es solche Menschen gibt, welche sich für uns exponieren und engagieren. Haben wir Christen nicht oft das Gefühl, dass Politik etwas Schlechtes ist und distanzieren uns deshalb davon? Dabei ist es doch so, dass die Folgen der Politik unser ganzes Leben betreffen und umgekehrt alles, was wir tun, schlussendlich politisch ist? Beim Glauben ist es doch ebenso! Bei allem manifestiert sich unser Glaube oder manchmal leider auch unser Unglaube. In der EMK Schweiz scheinen wir dieses Bewusstsein zu fördern, denn mit aktuell drei Nationalräten sind wir sicher nicht unterrepräsentiert.

Überlegen wir uns doch, wie wir solche Menschen, welche sich als Christen für uns alle einsetzen, unterstützen können.

 

United Methodist Church