Sie befinden sich hier: Herzlich Willkommen
suche

Abendmahl

"So wie unser Leib durch Brot und Wein gestärkt wird, so stärken die Zeichen des Abendmahls, Leib und Blut Christi, unsere Seele. Diese Nahrung für die Seele gibt uns Kraft, unsere Pflicht zu tun, und bringt uns weiter auf dem Weg zur Vollkommenheit."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 07. Februar 2018 12:45Alter: 103 days
/ Kategorie: Weltweit

Fröhliche Verschiedenheit und herausfordernde Fragen

Wie kann Begegnung, kulturelle Offenheit und Bewahrung von Traditionen gelingen? Eine internationale Schulung für Migrantenarbeit bot Antworten.

© Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Ende Januar trafen sich über 70 Verantwortliche von internationalen und Migrantengemeinden methodistischer Kirchen aus ganz Europa zu ihrer jährlichen Tagung in Braunfels (Deutschland). Die Fortbildung und Zurüstung thematisierte mit «Was uns verbindet und trotzdem noch trennt» die Herausforderungen in der Migrantenarbeit. Migranten in ihrem neuen Umfeld und Gemeinden, die sich für Migranten öffnen, sind ständig mit der Frage konfrontiert, wie Begegnung, kulturelle Offenheit und Bewahrung von Traditionen und heimatlichen Bedürfnissen gelingen können. Dazu bedarf es hoher Kompetenzen in Kommunikation und Zuwendung, die an dieser Tagung geschult werden.

 

Traumatisierte Menschen brauchen kompetente Begleitung

Die thematischen Hauptvorträge hielt Francesca Nuzzolese, Professorin für pastorale Dienste und Seelsorge an der Methodistischen Theologischen Hochschule in Delaware (Ohio / USA). Darin ging es unter anderem um die oft traumatischen und lebensprägenden Erfahrungen, die Krieg, Flucht, Bedrängnis und besonders bei Frauen sexuelle Übergriffe hinterlassen. Auch Heimatlosigkeit, Unsicherheit sowie kulturelle Barrieren am neuen Zielort stellen für die Menschen eine hohe Belastung dar. Nur mit dem Wissen um deren tiefen seelischen Spuren und mit seelsorgerlichem Gespür könne solchen Menschen weitergeholfen werden. Für die Arbeit in internationalen Gemeinden und besonders in Gemeinden mit vielen Migranten seien Kenntnisse über diese Belastungen wichtig, um den Menschen nachhaltig zu helfen. Regula Stotz aus Basel, eine der drei Teilnehmenden aus der Schweiz, zeigte sich sehr beeindruckt von den Vorträgen der Hauptrednerin: «Sie verstand es ausgezeichnet, ihre vielen persönlichen Erfahrungen mit Frauen in schwierigen Lebenssituationen (Frauenhandel, Prostitution, Vergewaltigung) mit dem Aufruf zu Solidarität und Menschenwürde zu verbinden – und mit dem Aufruf, in ihnen unsere Nächsten zu sehen.»

 

Theologische Grundausbildung

In mehreren Workshop-Einheiten ging es um Anleitung und Weiterbildung anhand konkreter Themenstellungen von Gemeinden und Migranten. So konnten 13 Personen in mehreren Kurseinheiten einen Grundlehrgang zum Predigthelfer abschliessen. Theologisches Grundwissen und die Weitergabe biblischer Inhalte ist für die Entwicklung oft buntgemischter Migrantengemeinden dringend notwendig. Dem grossen Weiterbildungsbedarf in dieser Hinsicht wird durch ein demnächst startendes Leitungs- und Laienpredigerprogramm begegnet werden, um kompetente Leitungspersönlichkeiten für Migrantengemeinden auszubilden.

 

Essen als Türöffner

Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit der Thematik, wie «Mission am äussersten Rand» gelingen könne. Jeremy Basset, Missionsdirektor der im zentralen Süden der USA gelegenen Oklahoma-Konferenz, beschrieb dabei «Essen als Konzept für die Gemeinschaftsbildung». Gemeinden, die sich «an den Rand» der Gesellschaft bewegen wollten, müssten sich betroffen machen lassen vom Schicksal anderer Menschen. Nur so könnten sie entdecken, wie sie den Menschen helfen könnten. Dabei spiele das gemeinsame Essen eine wichtige Rolle. Das sei auch für Jesus zentral gewesen.

 

«Ökumenische Gesinnung» als Modell für interkulturelle Begegnung

In einem mehrteiligen Workshop ging es um die von John Wesley gelehrte «ökumenische Gesinnung» als Modell zur Überwindung von Konflikten. David Field, der in Basel lebende Programmkoordinator der Methodist e-Academy, hielt sich in seinen Ausführungen an die Theologie und das Handeln von John Wesley und machte deutlich, dass der im Zentrum stehende Begriff «Heiligung» nicht abstrakt sei, sondern auf sehr konkrete Weise «verknüpft mit unserem sozialen Tun», so Regula Stotz. Bei multikulturellen Begegnungen und in Gemeinden aus Menschen unterschiedlicher Nationalitäten seien viele konfliktträchtige Situationen zu bewältigen. Die zugewandte Haltung John Wesleys auch zu Christen mit völlig anderen Erkenntnissen sei geradezu beispielhaft für Situationen, in denen sich Migrantengemeinden in einem völlig anderen kulturellen Umfeld befänden. Unterschiedlichkeit könne im Sinne John Wesleys als «Gnadenmittel» verstanden werden – als regelmässige Übungen oder Verhaltensweisen also, in denen Gottes Liebe zu erfahren ist. Wer die Unterschiedlichkeit als Bereicherung verstehen könne, werde Wege zum Miteinander finden und spaltenden Streit vermeiden. Das sei besonders für interkulturelle Gemeindeentwicklungen wichtig.

 

Es wurde nicht nur gesprochen und zugehört, sondern auch gefeiert. Für Pfarrer Jörg Niederer aus St. Gallen war gerade auch dieses Feiern sehr wertvoll. «Das Singen in den gottesdienstlichen Feiern war emotional und authentisch. Besonders die ‘Afrikaner’ haben viel Fröhlichkeit in die ganze Runde gebracht. Mir hat das richtig gutgetan. Für den EMK-Bezirk St. Gallen mitgenommen habe ich Anregungen für ein stärkeres Zusammenwirken von Migrantinnen und Migranten (bei uns mehrheitlich aus Südkorea) und Einheimischen.»

 

Quellen: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit / Regula Stotz / Jörg Niederer


News EMK Schweiz

19.05.2018

Rundum Pfingsten: Jungscharlager 360gradost in Niederhelfenschwil

Elf methodistische Jungscharen aus der Region Ostschweiz treffen sich über die Pfingsttage zu einem...

18.05.2018

Schiff ahoi mit Käpt’n Faro

Rund 110 Kinder erlebten in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Flaach eine abenteuerliche...

16.05.2018

Good News für junge Menschen

Die beiden Jugendcamps 4 + Five der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der Schweiz gingen...

United Methodist Church